06.04.2017

Erziehung von Anfang an: Kein Stress mit Regeln

Eltern erziehen zunächst intuitiv, da Babys noch ganz von ihren Bedürfnissen bestimmt sind. Die Erfüllung der Bedürfnisse darf noch nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Bis dahin haben strikte Verbote, Maßnahmen und Regeln nichts im Miteinander mit dem Baby zu suchen. Erziehung ist viel mehr Beziehungsarbeit mit dem Ziel eines guten Miteinanders. Dass dies auch sehr anstrengend sein kann, steht außer Frage – aber der Einsatz lohnt sich; umso besser das Miteinander zwischen Eltern und Kind funktioniert, umso besser wird auch später ein Kind spüren, was die Eltern von ihm wollen und Regeln einhalten.

Eine besondere Bedeutung haben anfangs auch Alltagsstruktur und Rituale, die dem Baby helfen, sich unserem Alltag anzupassen. So lernt es z.B. den Tag/Nachtrhythmus, indem wir das Licht dimmen, leise sprechen und ein Nachtlied vorsingen. Rituale erleichtern Kindern, Regeln später selbstverständlicher einzuhalten. Dies geschieht ohne viele Worte – ganz natürlich.

Von bewusster Erziehung, verbunden mit Grenzen setzen, kann man mit beginnender Mobilität ab ca. dem 8. Lebensmonat sprechen.

Babys beginnen die Nase von der Brille zu ziehen, zur Steckdose zu krabbeln oder aus dem Blumentopf die Erde zu buddeln. Eltern müssen Grenzen setzen – was ist dazu zu wissen:

Im Alter von 1 -5 Jahren müssen Kinder zunehmend lernen, dass ihre Bedürfnisse nach Aufmerksamkeit und Nähe nicht mehr unmittelbar erfüllt werden. Das zunehmende Sprach- und Weltverständnis der Kinder hilft ihnen dabei, Regeln auch verstehen zu können.

Weiterhin sollte uns bewusst sein, dass das Verhalten der Erwachsenen genau beobachtet und auch kopiert wird – im Positiven wie im Negativen.

Hinzu kommt in dieser Altersspanne die Entwicklung des eigenen Willens, so dass Kinder immer wieder auszuprobieren versuchen, was passiert, wenn es einer Regel nicht nachkommt und Grenzen überschreitet. Das ist zwar anstrengend aber auch eher normal.

Folgende Ideen könnten in schwierigen Situationen hilfreich sein.

Grundsätzlich gilt: Von einem Kind kann man nur das erwarten, was es seinem Entwicklungsstand nach leisten kann. Regeln müssen also dem Alter und Entwicklungsstand eines Kindes gerecht werden. Die Regeln, die jetzt gelten, wie zu Bett Geh Zeiten haben vielleicht schon bald keine Gültigkeit mehr.

Eltern geben den Rahmen und Regeln vor. Werden diese nicht eingehalten, müssen unmittelbar Konsequenzen erfolgen, am Besten solche, die sich aus der Situation ergeben: Wer abends das Schlafengehen immer wieder hinauszögert, kann keine Geschichte mehr vorgelesen bekommen – weil es sonst zu spät wird. Solche Konsequenzen verstehen Kinder am besten.

Um für Kinder glaubhaft zu sein, gilt: Wenn ich Nein sage, dann muss es auch dabei bleiben. Eltern müssen für sich im Vorab klären, ob sie bereit sind, konsequent zu bleiben.

Beherzigen Sie das Prinzip: Sachlichkeit bei  negativem Verhalten, dagegen Emotionalität und Aufmerksamkeit, Lob  bei positivem Verhalten. Dies bietet eine Orientierung richtiges Verhalten einzuüben und die Chance tägliche Stresssituationen in der Erziehung zu reduzieren.

Carola Möller

Dipl.-Pädagogin